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Presseinformation
der Leo Kofler-Gesellschaft e.V. c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten;
zentrale@leo-kofler.de
2.September 2008
Der Streit um Leo Kofler geht weiter.
Wie ein reaktionäres Duo versucht, die Kofler-Gesellschaft
mit juristischen Mitteln zu zerstören.
Vor einem
halben Jahr, Ende Februar 2008 haben wir die Öffentlichkeit von dem Versuch
ultra-rechter Kreise informiert, Leo Kofler (1907-1995), einen der herausragenden
marxistischen Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosophen des 20.Jahrhunderts,
für den politisch rechten Rand zu vereinnahmen. Leider hat unsere publizistische
Aufklärung eine Reihe von juristischen Verfahren nach sich gezogen, die
nun drohen, unsere kleine dem Erbe Koflers verpflichtete Kofler-Gesellschaft
finanziell zu zerstören. Wir, die Leo Kofler-Gesellschaft e.V., rufen
deswegen dazu auf, uns in dieser anhaltenden Auseinandersetzung sowohl
publizistisch wie auch finanziell zu unterstützen.
Zur Erinnerung: Ende Februar veröffentlichten wir auf der homepage der
Gesellschaft (www.leo-kofler.de) einen ausführlichen Beitrag unseres Vorsitzenden
Dr. Christoph Jünke ("Hände weg von Leo Kofler! Wie ein reaktionäres Häuflein
versucht, den linken Sozialisten Leo Kofler auf rechtsaußen zu drehen"),
der am 25.Februar in einer gekürzten Fassung auch in der Tageszeitung
"junge Welt" erschien und ebenso von einigen politisch alternativen Webseiten
veröffentlicht wurde.
Jünke informierte mit seinem Beitrag die Öffentlichkeit darüber, dass
ein nicht näher gekennzeichneter Arbeitskreis unter der Leitung des Wiener
Publizisten Reinhard Pitsch Ende 2007 einen Band mit Kofler-Texten im
ultrarechten Wiener Karolinger-Verlag veröffentlicht hat ("Leo Kofler:
Nation - Klasse - Kultur. Aufsätze aus vier Jahrzehnten"), ohne über die
dazu nötigen Urheberrechte zu verfügen. Nachdem Ursula Kofler, die Witwe
Koflers und Inhaberin der Rechte an dessen Werk, den Verlag daraufhin
juristisch gezwungen hatte, den unautorisierten Band wieder vom Markt
zu nehmen (wo er - unter dem Ladentisch - leider auch weiterhin seine
Kreise zieht), beschrieb Jünke diese Auseinandersetzungen und wehrte sich
im Namen der Kofler-Gesellschaft vehement und detailliert gegen die in
den Begleittexten dieses Buches vorgenommene Uminterpretation Koflers
zu einem antilinken ‚nationalen Sozialisten'. Er wies die dabei von Pitsch
und anderen benutzten Mittel der Manipulation und Verfälschung des Koflerschen
Werkes und Geistes nach und verwahrte sich gegen die verleumderischen
Ausfälle gegen die Witwe Koflers und dessen Schülerschaft. "Hier soll",
schrieb er damals, "ein marxistischer Gesellschaftstheoretiker und revolutionär-sozialistischer
Humanist zum konservativen Kulturkritiker und zynisch-elitären Anti-Linken
umstilisiert und für die zeitgenössische ultrarechte Ideologieproduktion
aufbereitet werden." Ausführlich ging er deswegen auf das um den Karolinger-Verlag
herum sich gruppierende Netzwerk von Ultrarechten und Ex-Linken ein und
verdeutlichte die Arbeitsweise des mit dem National-Bolschewismus kokettierenden
Wiener "Philosophen" Pitsch, der offensichtlich versuche, so Jünke, sich
"mit den Federn eines großen Mannes zu schmücken, um in einem Milieu zu
landen, das bekannt dafür ist, ex-linken Renegaten egal welchen Niveaus
mit wohlwollender Nachsicht zu begegnen, weil man sie zur geistigen Wehrertüchtigung
der eigenen, hohlköpfigen Reihen gut gebrauchen kann".
Der solcherart angegriffene Pitsch sah sich zu einer angemessenen publizistischen
Entgegnung leider nicht in der Lage. Zusammen mit seinem Freund und Mitherausgeber
Stefan Dornuf verwickelte er stattdessen die Kofler-Gesellschaft und Jünke
in bisher insgesamt vier juristische Verfahren. Die langjährigen Kameraden
Dornuf und Pitsch, die bereits in den 90er Jahren die Witwe des ostdeutschen
linken Philosophen Wolfgang Harich in eine vergleichbare juristische Auseinandersetzung
verwickelt hatten, sahen sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt
und nahmen sich, wie zur Bestätigung der Jünkeschen Thesen, als gemeinsamen
Anwalt den einschlägig bekannten Düsseldorfer Rechtsanwalt Björn Clemens,
lange Jahre führender Funktionär der ultrarechten Republikaner und heute
ein in der gesamten extremen Rechten viel gefragter Redner, Autor und
Referent.
Offensichtlich geworden ist so nicht nur der rechte Geist, aus dem heraus
die selbsternannten Ankläger agieren. Deutlich geworden ist auch, dass
es ihnen dabei weder um Wahrheitsfindung, wissenschaftspolitischen Streit
oder gar um ihre Persönlichkeitsrechte ging und geht, sondern vor allem
darum, jenen einen juristischen und finanziellen Maulkorb anzulegen, die
ihrem Treiben aufklärend entgegentreten. Juristische Auseinandersetzungen
sind nämlich, selbst wenn man "Recht bekommt", nicht nur unerfreulich
und langwierig, sondern auch kostenintensiv - darauf scheinen es die Kläger
in diesem Falle wohl auch angelegt zu haben.
Die Zwischenbilanz dieser juristischen Auseinandersetzungen ist deswegen
nur verhalten positiv: Drei der vier Verfahren sind zwar eindeutig zugunsten
der Kofler-Gesellschaft und Jünkes ausgegangen, da Pitsch seine beiden
betriebenen Verfahren bisher nicht weiterverfolgt und Dornuf eines von
zwei Verfahren voll und ganz verloren hat. Das vierte Verfahren jedoch
ging, wenn auch überwiegend, so doch nur unvollständig zugunsten des beklagten
Jünke aus (da das Gericht eine für die eigentliche Sache an sich nebensächliche
Aussage monierte). Auch wenn sich dieses vierte Verfahren noch in der
beiderseitigen Berufung befindet, sind bereits jetzt sowohl der Leo Kofler-Gesellschaft
e.V. wie ihrem Vorsitzenden Christoph Jünke massive Anwalts- und Gerichtskosten
entstanden, die auch bei einem erfolgreichen Berufungsverfahren nur teilweise
geltend gemacht werden können. Hinzu kommt, dass Pitsch weitere Veröffentlichungen
und Klagen gegen uns angekündigt hat, und dass Jünke ein in diesem Zusammenhang
gegen Pitsch angestrengtes einstweiliges Verfügungsverfahren in der ersten
Instanz teilweise verloren hat.
Bitte um Berichterstattung
Der Streit wird also leider weiter gehen. Wir betonen deswegen, dass wir
gegen unseren Willen und unsere Neigung von diesem reaktionären Duo in
eine langwierige und kostspielige juristische Auseinandersetzung gezwungen
wurden, die unsere Existenz massiv bedroht. Auch wenn wir zuversichtlich
sind, dass wir diese Auseinandersetzung schlussendlich gewinnen werden,
brauchen wir dazu die Solidarität und Unterstützung der kritischen Öffentlichkeit.
Gerade weil Dornuf und Pitsch offensichtlich nichts so sehr scheuen wie
die Öffentlichkeit, ersuchen wir gerade diese Öffentlichkeit darum, möglichst
ausführlich und sachlich über diese Auseinandersetzung zu berichten. Der
hierfür nötigen umfassenden Aufklärung und Information über den "Fall
Dornuf/Pitsch" dient deswegen ein soeben von uns herausgegebenes Mitteilungsheft
unserer Gesellschaft, das über uns bezogen werden kann. Unter dem Titel
"Leo Kofler und die neue Rechte" dokumentieren wir den ursprünglichen
Text Jünkes sowie einen zweiten, der die juristischen Auseinandersetzungen
umfassend darstellt und einordnet. Beide Texte sind zur schnelleren Berichterstattung
parallel auch auf www.leo-kofler.de abrufbar! Außerdem finden sich in
dem Heft zwei weitere, thematisch angrenzende Texte zu Koflers Leben und
Werk. Der eine dokumentiert eine ebenso gehaltvolle wie interessante Geburtstagsrede
des 1991 verstorbenen, einstmals der Neuen Rechten zugezählten Bochumer
Politikwissenschaftlers Bernard Willms zu Ehren Koflers. Der andere Text
nähert sich dem schwierigen Verhältnis zwischen den beiden Einzelgängern
und der Diskussion der Wahlverwandtschaften zwischen Linksaußen und Rechtsaußen.
Das Heft kann für 5 Euro (inklusive Porto- und Versandkosten) bei der
Leo Kofler-Gesellschaft e.V. (c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten;
oder per Mail: "zentrale@leo-kofler.de") bestellt werden.
Spendenaufruf
Und da wir diese Zeit, Nerven und Arbeitskraft kostende Auseinandersetzung
nur durchstehen können, wenn wir nicht weiter finanziell geschädigt werden,
rufen wir alle, die uns in dieser Auseinandersetzung finanziell beistehen
können und wollen, zu Spenden auf das folgende Solidaritätskonto auf,
um die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten zu decken: Uwe Jakomeit,
Stichwort "Prozesskosten Dornuf/Pitsch" Kontonummer: 300679537; bei der
Sparkasse Witten; BLZ: 45250035
Auf unserer homepage www.leo-kofler.de werden wir auch weiterhin Informationen
zum Fortgang der Auseinandersetzung veröffentlichen.
Nachfragen und Kontakt:
Leo Kofler-Gesellschaft e.V.,
c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten
zentrale@leo-kofler.de
Oder:
Christoph Jünke (Vorsitzender der Leo Kofler-Gesellschaft e.V.)
christoph.juenke@ruhr-uni-bochum.de
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