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Presseinformation
der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29,
58452 Witten; zentrale@leo-kofler.de
25.2.2008
Hände weg von
Leo Kofler!
Wie der linke Intellektuelle Leo Kofler (1907-1995) nach seinem Tod von
ultra-rechts vereinnahmt werden soll.
Der deutsch-österreichische
Soziologe und Philosoph Leo Kofler (1907-1995) war eine markante Gestalt
des deutschen Nachkriegsmarxismus. Aus Anlass des 100.Geburtstages des
Gesellschaftstheoretikers legte die Leo Kofler-Gesellschaft e.V. im April
2007 Koflers 1968er Schrift Perspektiven des revolutionären Humanismus
im Kölner Neuer ISP-Verlag neu auf, und Christoph Jünke veröffentlichte
im Hamburger VSA-Verlag eine umfangreiche Studie zu Leben und Werk Koflers
(Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler – Leben und Werk 1907-1995).
Ende 2007 nun ist im Wiener Karolinger-Verlag ein weiteres Buch mit Aufsätzen
und Texten des linken Sozialisten erschienen: Leo Kofler: Nation –
Klasse – Kultur. Aufsätze aus vier Jahrzehnten, herausgegeben
von einem Arbeitskreis unter der Leitung von Reinhard Pitsch. Der Karolinger
Verlag ist einer der bei der intellektuellen Rechten führenden Hausverlage,
eng verbunden mit der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“.
Kofler wird in dem Buch von ultrarechts interpretiert und als nationalistischer
Anti-Linker, sogar als „nationaler Sozialist“ dargestellt,
den man vor seinen in der Kofler-Gesellschaft versammelten Schülern
und Freunden schützen müsse, die seinen Nachlass und sein intellektuelles
Erbe fälschen und verdrehen würden.
Wir haben es hierbei jedoch nicht nur mit einem ebenso widerwärtigen
wie hohlen Versuch des Herausgebers und der ihn unterstützenden Mitarbeiter
zu tun, sich als vermeintliche intellektuelle Sachverwalter einer hehren
intellektuellen Tradition in der rechten Szene hoffähig zu machen.
Wir haben es auch mit einem juristischen Urheberechtsvergehen zu tun,
denn die Herausgeber haben keinerlei Nachdruckrechte an den Aufsätzen
Koflers. Leo Koflers Witwe Frau Ursula Kofler (Köln) hat deswegen
unmittelbar nach Bekanntwerden der von ihr nicht autorisierten Veröffentlichung
jeden weiteren Vertrieb des Buches juristisch stoppen lassen und weitere
rechtliche Schritte angekündigt, sofern die Wiederholungsgefahr nicht
gebannt ist.
Während die juristische Auseinandersetzung also noch andauert, möchten
wir hiermit die Öffentlichkeit über diesen publizistischen Skandal
informieren. Zu diesem Zweck hat der Historiker und Publizist Dr. Christoph
Jünke in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Leo Kofler-Gesellschaft
e.V. einen umfangreichen Beitrag verfasst, in welchem er sich mit den
Hintergründen, den Methoden und dem Gehalt dieser versuchten Vereinnahmung
Koflers für rechts-reaktionäre Zwecke auseinandersetzt. Der
Beitrag ist auf der homepage unserer Gesellschaft (www.leo-kofler.de)
veröffentlicht worden und findet sich in einer stark gekürzten
Fassung auch in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung „junge Welt“
(www.jungewelt.de/2008/02-25/001.php). Wir bitten um Kenntnisnahme, Weiterverbreitung
und Berichterstattung!
Nachfragen und Kontakt:
Leo Kofler-Gesellschaft e.V.
c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten
zentrale@leo-kofler.de
Oder:
Christoph Jünke (Vorsitzender der Leo Kofler-Gesellschaft e.V.)
christoph.juenke@ruhr-uni-bochum.de
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