Presseinformation der Leo Kofler-Gesellschaft e.V. c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten; zentrale@leo-kofler.de
15.Dezember 2009


Trauer um Ursula Kofler.
Am 10.12.2009 ist, nach schwerer Krankheit, die Witwe des Sozialphilosophen Leo Kofler in Köln gestorben.
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Frau Ursula Kofler, Witwe des deutsch-österreichischen Soziologen und Philosophen Leo Kofler (1907-1995) und Ehrenmitglied der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., ist in den Nacht zum 10. Dezember 2009 an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben.

1921 als Ursula Wieck in Halle an der Saale geboren, absolvierte sie dort eine Ausbildung zur Lehrerin und arbeitete in diesem Beruf, als sie 1949 den seit kurzem in der Sowjetischen Besatzungszone/DDR lebenden Hochschullehrer Leo Kofler kennen und lieben lernte. Der aus Österreich stammende Kofler war 1947 aus dem Schweizer Exil zum Professor für Geschichtsphilosophie an die Universität Halle berufen worden. Als er wegen seiner undogmatischen Auslegung des Marxismus mit der sich stalinistisch formierenden SED-Bürokratie in Konflikt geriet, Berufsverbot bekam und von Verhaftung bedroht war, ging Ursula Wieck unter schwierigen persönlichen Umständen (sie konnte Tochter und Eltern erst Jahre später nachholen) mit ihm zusammen nach Westdeutschland, wo beide seit Ende 1950 im rheinischen Köln lebten und arbeiteten. Hatte es der bekennende Marxist und überzeugte Sozialist Kofler in den Jahren des Kalten Krieges auch im Westen Deutschlands besonders schwer – er widmete sich fortan einer intensiven Vortragstätigkeit bei Gewerkschaften, Volkshochschulen und am linken Rande der SPD, veröffentlichte zahlreiche Schriften und erhielt erst in den 1970er Jahren die Möglichkeit, wieder an einer Universität, an der Ruhr-Universität Bochum, zu lehren – so konnte auch Ursula Kofler bis in die 60er Jahre hinein zunächst nicht in ihrem eigentlichen Lehrerberuf arbeiten und verdiente den Familienunterhalt als Buchhalterin in verschiedenen Einzelhandelsfirmen.

Vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten ihrer Lebensgemeinschaft hatte Ursula Kofler auch zum Teil bedeutenden Einfluss auf das sozialphilosophische Werk ihres Mannes. Die Pflege ihres seit Frühjahr 1991 von mehreren Schlaganfällen gezeichneten Mannes hat sie bis zu dessen Tod im Juli 1995 stark in Anspruch genommen. Doch bereits ein Jahr danach, 1996, gründete sie zusammen mit Freunden und Schülern ihres Mannes die Leo Kofler-Gesellschaft e.V., um sich der Pflege seines theoretischen Werkes zu widmen. Noch bis kurz vor ihren Tod hat sie die Arbeit unserer Gesellschaft mit Rat und Tat unterstützt und begleitet und sich unter anderem gegen Vereinnahmungsversuche politisch obskurer, selbsternannter Schüler auch juristisch erwehren müssen. Die Leo Kofler-Gesellschaft hat mit ihr nun eine in jeder Hinsicht beeindruckende Frau und Förderin verloren und wird sich bemühen, auch ihrem Erbe gerecht zu werden.


Soeben erschienen: Mitteilungen der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., Heft 8, August 2008 Thema: "Leo Kofler und die Neue Rechte".
Inhalt: - Christoph Jünke: "Hände weg von Leo Kofler! Wie ein reaktionäre Häuflein versucht, den linken Sozialisten Leo Kofler auf rechtsaußen zu drehen" - Christoph Jünke: "Der Fall Dornuf-Pitsch. Teil 2: Wie ein reaktionäres Duo versucht, die Leo Kofler-Gesellschaft zu zerstören" - Manfred Lauermann: "Eine schwierige Beziehung. Leo Kofler und Bernard Willms" - Bernard Willms: "Marxismus und anthropologische Selbstverwirklichung. Ansprache zum 80.Geburtstag von Leo Kofler" (1987) Das Heft (48 Seiten) kann gegen Vorkasse von 5 Euro (3 Euro plus Portokosten) bei der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten bestellt werden; oder per Mail und auf Rechnung über "zentrale@leo-kofler.de".


Presseinformation der Leo Kofler-Gesellschaft e.V. c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten; zentrale@leo-kofler.de
2.September 2008


Der Streit um Leo Kofler geht weiter.
Wie ein reaktionäres Duo versucht, die Kofler-Gesellschaft mit juristischen Mitteln zu zerstören
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Vor einem halben Jahr, Ende Februar 2008 haben wir die Öffentlichkeit von dem Versuch ultra-rechter Kreise informiert, Leo Kofler (1907-1995), einen der herausragenden marxistischen Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosophen des 20.Jahrhunderts, für den politisch rechten Rand zu vereinnahmen. Leider hat unsere publizistische Aufklärung eine Reihe von juristischen Verfahren nach sich gezogen, die nun drohen, unsere kleine dem Erbe Koflers verpflichtete Kofler-Gesellschaft finanziell zu zerstören. Wir, die Leo Kofler-Gesellschaft e.V., rufen deswegen dazu auf, uns in dieser anhaltenden Auseinandersetzung sowohl publizistisch wie auch finanziell zu unterstützen.

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Hände weg von Leo Kofler!
Wie ein reaktionäres Häuflein versucht, den linken Sozialisten Leo Kofler auf rechtsaußen zu drehen

Vorbemerkung: Aufgrund juristischer Anfechtungen von Stefan Dornuf und Reinhard Pitsch (die bisher weitestgehend erfolglos geblieben sind; vgl. dazu meinen Beitrag: „Der Fall Dornuf-Pitsch. Teil 2: Wie ein reaktionäres Duo versucht, die Leo Kofler-Gesellschaft zu zerstören“) wurde die erste Fassung dieses Textes in zwei kleinen Nebensächlichkeiten geringfügig verändert.
Christoph Jünke, Juni 2008

Auch wenn sich in unseren Zeiten einer Umwertung aller Werte die herrschende Ideologie seit vielen Jahren bemüht, die Begriffe Links und Rechts so aufzuweichen, auszuhöhlen und durcheinander zu werfen, dass man zum Schluss kommen kann und soll, es handele sich dabei um Synonyme, so will dies, trotz aller Fortschritte hier und da, nicht so wirklich gelingen. Entsprechend sperrig ist die Reaktion, wenn plötzlich ein namhafter marxistischer Gesellschaftstheoretiker und Linkssozialist wie Leo Kofler als Autor im Verlagsprogramm der intellektuellen Ultra-Rechten erscheint. So geschehen Ende 2007 im Wiener Karolinger Verlag, der unter Leo Koflers Namen und mit dem programmatischen Titel Nation – Klasse – Kultur einen Band mit gesammelten Aufsätzen aus vier Jahrzehnten (so der Untertitel) verlegt hat.

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Presseinformation der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten; zentrale@leo-kofler.de
25.2.2008

Hände weg von Leo Kofler!
Wie der linke Intellektuelle Leo Kofler (1907-1995) nach seinem Tod von ultra-rechts vereinnahmt werden soll.

Der deutsch-österreichische Soziologe und Philosoph Leo Kofler (1907-1995) war eine markante Gestalt des deutschen Nachkriegsmarxismus. Aus Anlass des 100.Geburtstages des Gesellschaftstheoretikers legte die Leo Kofler-Gesellschaft e.V. im April 2007 Koflers 1968er Schrift Perspektiven des revolutionären Humanismus im Kölner Neuer ISP-Verlag neu auf, und Christoph Jünke veröffentlichte im Hamburger VSA-Verlag eine umfangreiche Studie zu Leben und Werk Koflers (Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler – Leben und Werk 1907-1995).
Ende 2007 nun ist im Wiener Karolinger-Verlag ein weiteres Buch mit Aufsätzen und Texten des linken Sozialisten erschienen: Leo Kofler: Nation – Klasse – Kultur. Aufsätze aus vier Jahrzehnten, herausgegeben von einem Arbeitskreis unter der Leitung von Reinhard Pitsch. Der Karolinger Verlag ist einer der bei der intellektuellen Rechten führenden Hausverlage, eng verbunden mit der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Kofler wird in dem Buch von ultrarechts interpretiert und als nationalistischer Anti-Linker, sogar als „nationaler Sozialist“ dargestellt, den man vor seinen in der Kofler-Gesellschaft versammelten Schülern und Freunden schützen müsse, die seinen Nachlass und sein intellektuelles Erbe fälschen und verdrehen würden.

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Der Fall Dornuf-Pitsch
Teil 2: Wie ein reaktionäres Duo versucht, die Leo Kofler-Gesellschaft zu zerstören

Juristische Auseinandersetzungen kleiner linker Gesellschaften mit Außenstehenden, zudem wenn auch noch eigene Mitglieder auf der gleichsam anderen Seite stehen, sind immer unerfreulich und weisen einen bitteren Beigeschmack auf. Sie binden Zeit, Nerven und Arbeitskraft und etwas bleibt immer an diesen Gesellschaften kleben, sei es auf der Ebene halböffentlicher Gerüchte, sei es finanziell. Nicht selten führen sie deswegen zur Lähmung der eigenen Aktivitäten. Und doch sind sie manchmal kaum zu verhindern und müssen durchstanden werden. So auch in diesem Falle. Gegen den eigenen Willen ist die Leo Kofler-Gesellschaft e.V. (LKG) in eine juristische Auseinandersetzung gezogen worden, und sie muss davon ausgehen, dass diese noch länger andauern wird. Umso mehr gilt es für eine dem öffentlichen Gemeinnutzen verpflichtete Gesellschaft wie der unseren, die eigene Mitgliedschaft und das breitere, interessierte Umfeld zu informieren – zumal es sich in diesem Falle um zwei Täter handelt, die sich auch jenseits der Kofler-Gesellschaft bereits einen Namen gemacht haben. Was also ist passiert?

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