Presseinformation
der Leo Kofler-Gesellschaft e.V. c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten;
zentrale@leo-kofler.de Frau Ursula Kofler, Witwe des deutsch-österreichischen Soziologen und Philosophen Leo Kofler (1907-1995) und Ehrenmitglied der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., ist in den Nacht zum 10. Dezember 2009 an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben. 1921 als Ursula Wieck in Halle an der Saale geboren, absolvierte sie dort eine Ausbildung zur Lehrerin und arbeitete in diesem Beruf, als sie 1949 den seit kurzem in der Sowjetischen Besatzungszone/DDR lebenden Hochschullehrer Leo Kofler kennen und lieben lernte. Der aus Österreich stammende Kofler war 1947 aus dem Schweizer Exil zum Professor für Geschichtsphilosophie an die Universität Halle berufen worden. Als er wegen seiner undogmatischen Auslegung des Marxismus mit der sich stalinistisch formierenden SED-Bürokratie in Konflikt geriet, Berufsverbot bekam und von Verhaftung bedroht war, ging Ursula Wieck unter schwierigen persönlichen Umständen (sie konnte Tochter und Eltern erst Jahre später nachholen) mit ihm zusammen nach Westdeutschland, wo beide seit Ende 1950 im rheinischen Köln lebten und arbeiteten. Hatte es der bekennende Marxist und überzeugte Sozialist Kofler in den Jahren des Kalten Krieges auch im Westen Deutschlands besonders schwer – er widmete sich fortan einer intensiven Vortragstätigkeit bei Gewerkschaften, Volkshochschulen und am linken Rande der SPD, veröffentlichte zahlreiche Schriften und erhielt erst in den 1970er Jahren die Möglichkeit, wieder an einer Universität, an der Ruhr-Universität Bochum, zu lehren – so konnte auch Ursula Kofler bis in die 60er Jahre hinein zunächst nicht in ihrem eigentlichen Lehrerberuf arbeiten und verdiente den Familienunterhalt als Buchhalterin in verschiedenen Einzelhandelsfirmen. Vor allem in den ersten beiden Jahrzehnten ihrer Lebensgemeinschaft hatte Ursula Kofler auch zum Teil bedeutenden Einfluss auf das sozialphilosophische Werk ihres Mannes. Die Pflege ihres seit Frühjahr 1991 von mehreren Schlaganfällen gezeichneten Mannes hat sie bis zu dessen Tod im Juli 1995 stark in Anspruch genommen. Doch bereits ein Jahr danach, 1996, gründete sie zusammen mit Freunden und Schülern ihres Mannes die Leo Kofler-Gesellschaft e.V., um sich der Pflege seines theoretischen Werkes zu widmen. Noch bis kurz vor ihren Tod hat sie die Arbeit unserer Gesellschaft mit Rat und Tat unterstützt und begleitet und sich unter anderem gegen Vereinnahmungsversuche politisch obskurer, selbsternannter Schüler auch juristisch erwehren müssen. Die Leo Kofler-Gesellschaft hat mit ihr nun eine in jeder Hinsicht beeindruckende Frau und Förderin verloren und wird sich bemühen, auch ihrem Erbe gerecht zu werden.
Soeben erschienen: Mitteilungen der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., Heft 8, August 2008 Thema: "Leo Kofler und die Neue Rechte". Inhalt: - Christoph Jünke: "Hände weg von Leo Kofler! Wie ein reaktionäre Häuflein versucht, den linken Sozialisten Leo Kofler auf rechtsaußen zu drehen" - Christoph Jünke: "Der Fall Dornuf-Pitsch. Teil 2: Wie ein reaktionäres Duo versucht, die Leo Kofler-Gesellschaft zu zerstören" - Manfred Lauermann: "Eine schwierige Beziehung. Leo Kofler und Bernard Willms" - Bernard Willms: "Marxismus und anthropologische Selbstverwirklichung. Ansprache zum 80.Geburtstag von Leo Kofler" (1987) Das Heft (48 Seiten) kann gegen Vorkasse von 5 Euro (3 Euro plus Portokosten) bei der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten bestellt werden; oder per Mail und auf Rechnung über "zentrale@leo-kofler.de". Presseinformation
der Leo Kofler-Gesellschaft e.V. c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29, 58452 Witten;
zentrale@leo-kofler.de Vor einem halben
Jahr, Ende Februar 2008 haben wir die Öffentlichkeit von dem Versuch ultra-rechter
Kreise informiert, Leo Kofler (1907-1995), einen der herausragenden marxistischen
Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosophen des 20.Jahrhunderts, für
den politisch rechten Rand zu vereinnahmen. Leider hat unsere publizistische
Aufklärung eine Reihe von juristischen Verfahren nach sich gezogen, die
nun drohen, unsere kleine dem Erbe Koflers verpflichtete Kofler-Gesellschaft
finanziell zu zerstören. Wir, die Leo Kofler-Gesellschaft e.V., rufen
deswegen dazu auf, uns in dieser anhaltenden Auseinandersetzung sowohl
publizistisch wie auch finanziell zu unterstützen. Hände
weg von Leo Kofler! Vorbemerkung: Aufgrund
juristischer Anfechtungen von Stefan Dornuf und Reinhard Pitsch (die bisher
weitestgehend erfolglos geblieben sind; vgl. dazu meinen Beitrag: „Der
Fall Dornuf-Pitsch. Teil 2: Wie ein reaktionäres Duo versucht, die
Leo Kofler-Gesellschaft zu zerstören“) wurde die erste Fassung
dieses Textes in zwei kleinen Nebensächlichkeiten geringfügig
verändert. Auch wenn sich in
unseren Zeiten einer Umwertung aller Werte die herrschende Ideologie seit
vielen Jahren bemüht, die Begriffe Links und Rechts so aufzuweichen,
auszuhöhlen und durcheinander zu werfen, dass man zum Schluss kommen
kann und soll, es handele sich dabei um Synonyme, so will dies, trotz
aller Fortschritte hier und da, nicht so wirklich gelingen. Entsprechend
sperrig ist die Reaktion, wenn plötzlich ein namhafter marxistischer
Gesellschaftstheoretiker und Linkssozialist wie Leo Kofler als Autor im
Verlagsprogramm der intellektuellen Ultra-Rechten erscheint. So geschehen
Ende 2007 im Wiener Karolinger Verlag, der unter Leo Koflers Namen und
mit dem programmatischen Titel Nation – Klasse – Kultur einen
Band mit gesammelten Aufsätzen aus vier Jahrzehnten (so der Untertitel)
verlegt hat. Presseinformation
der Leo Kofler-Gesellschaft e.V., c/o Uwe Jakomeit, Ruhrstr.29,
58452 Witten; zentrale@leo-kofler.de Hände weg von
Leo Kofler! Der deutsch-österreichische
Soziologe und Philosoph Leo Kofler (1907-1995) war eine markante Gestalt
des deutschen Nachkriegsmarxismus. Aus Anlass des 100.Geburtstages des
Gesellschaftstheoretikers legte die Leo Kofler-Gesellschaft e.V. im April
2007 Koflers 1968er Schrift Perspektiven des revolutionären Humanismus
im Kölner Neuer ISP-Verlag neu auf, und Christoph Jünke veröffentlichte
im Hamburger VSA-Verlag eine umfangreiche Studie zu Leben und Werk Koflers
(Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler – Leben und Werk 1907-1995).
Der Fall Dornuf-Pitsch Juristische Auseinandersetzungen
kleiner linker Gesellschaften mit Außenstehenden, zudem wenn auch
noch eigene Mitglieder auf der gleichsam anderen Seite stehen, sind immer
unerfreulich und weisen einen bitteren Beigeschmack auf. Sie binden Zeit,
Nerven und Arbeitskraft und etwas bleibt immer an diesen Gesellschaften
kleben, sei es auf der Ebene halböffentlicher Gerüchte, sei
es finanziell. Nicht selten führen sie deswegen zur Lähmung
der eigenen Aktivitäten. Und doch sind sie manchmal kaum zu verhindern
und müssen durchstanden werden. So auch in diesem Falle. Gegen den
eigenen Willen ist die Leo Kofler-Gesellschaft e.V. (LKG) in eine juristische
Auseinandersetzung gezogen worden, und sie muss davon ausgehen, dass diese
noch länger andauern wird. Umso mehr gilt es für eine dem öffentlichen
Gemeinnutzen verpflichtete Gesellschaft wie der unseren, die eigene Mitgliedschaft
und das breitere, interessierte Umfeld zu informieren – zumal es
sich in diesem Falle um zwei Täter handelt, die sich auch jenseits
der Kofler-Gesellschaft bereits einen Namen gemacht haben. Was also ist
passiert? |